Tollwutfall bei importiertem Hund – warum der Auslandstierschutz dringend klare Regeln braucht


Der Tod eines importierten Hundes durch Tollwut ist ein deutliches Warnsignal. Tierheime und Tierschutzvereine beobachten seit Jahren eine Entwicklung, die zunehmend außer Kontrolle gerät: Tiere werden in großer Zahl nach Deutschland gebracht, oft ohne ausreichende Prüfung vermittelt und bei Problemen sich selbst überlassen.

Dabei geht es nicht darum, Auslandstierschutz grundsätzlich infrage zu stellen. Seriöse Arbeit im Herkunftsland ist wichtig. Das Problem sind unkontrollierte Strukturen, in denen Verantwortung häufig genau dort endet, wo sie beginnen müsste.
Immer wieder kommen Tiere an, die krank, zu jung oder verhaltensauffällig sind. Gleichzeitig sind Halter und Pflegestellen oft nicht ausreichend vorbereitet. Die Folgen landen am Ende in den Tierheimen – die seit langem an ihre Grenzen stoßen. Plätze fehlen, Risiken für die öffentliche Sicherheit nehmen zu, und auch der Seuchenschutz wird zunehmend belastet.

Der aktuelle Tollwutfall zeigt deutlich: Es geht nicht nur um Tierschutz, sondern auch um den Schutz von Menschen.

Was jetzt gebraucht wird, sind klare und verbindliche Regeln. Wer Tiere importiert, muss auch langfristig Verantwortung übernehmen und eine gesicherte Unterbringung gewährleisten. Vermittlungen dürfen nicht unkontrolliert stattfinden, und Herkunft, Gesundheitsstatus sowie Anforderungen der Tiere müssen transparent nachvollziehbar sein.

Gleichzeitig braucht es konsequente Kontrollen, klare Vorgaben für den Online-Handel und eine bessere Nachverfolgbarkeit von Importen. Tierheime dürfen nicht länger die Folgen eines Systems tragen, das sie selbst nicht beeinflussen können. Nachhaltiger Tierschutz beginnt außerdem im Herkunftsland – durch Kastrationen, Aufklärung und stabile Strukturen vor Ort.


Der aktuelle Fall macht deutlich: Ohne klare Regeln, echte Verantwortung und konsequente Umsetzung wird sich die Situation weiter verschärfen.

Diesen Brief haben wir gemeinsam mit anderen Tierschutzvereinen und Verantwortlichen versendet.

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